OMAN

TRADITION TRIFFT MODERNE

Alles begann damit dass wir von einer unserer Reisebekanntschaften den Tipp bekamen. …“im Oman haben wir in der Wüste gezeltet“…“das Land ist noch unberührt vom Tourismus“…“das wäre auch was für euch“… ein paar Monate und Webseiten später stand für uns fest: Das klingt toll und da wollen wir hin!

Flüge im Netz rausgesucht und für die Osterferien zwei Wochen lang das Abenteuer 1001 Nacht gebucht.

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Und dann ein halbes Jahr später ging es tatsächlich los. Natürlich nicht ohne sich kulturell auf das Land einzustellen, denn wie bei allen arabischen Ländern auch, gibt es hier spezielle „Gepflogenheiten“ die man am besten im Voraus kennt.

Es hieß also die luftigsten und zugleich längsten Kleidungsstücke aus dem Kleiderschrank herauszufischen – ohne die kommt man nämlich in Moschee & Co. nicht rein (das Kopftuch welches im Oman für Frauen zum Alltag gehört, habe ich mir mit vielen leuchtenden Farben vor Ort auf einem der zig Basare gekauft).

Reisepass gecheckt und Visum beantragt (ganz wichtig ab März 2018 muss dies vorab online gemacht werden).

Dann ging es ab Düsseldorf über Istanbul nach Muscat und uns erwartete der grade mal fünf Tage geöffnete neue Flughafen. Riesig und strahlend sauber.

Nach der Passkontrolle ging es zum Koffer holen (ja wir sind diesmal ohne Bagpacks gereist, da wir ja ein Auto hatten). Direkt am Flughafen wurden noch ein paar Euros in omanische Rial getauscht und der Mietwagen, ein kleiner Jeep mit 4-Radantrieb (unbedingt notwendig für Fahrten durch Wadis und Wüste) von Europcar abgeholt.

Los ging unser Abenteuer. Um drei Uhr nachts bekamen wir den ersten Eindruck des Landes, welches durch den Ölhandel so wohlhabend geworden ist und dies auch zeigt.

Modernere Autobahnen als bei uns in Deutschland und auch entsprechende Kontrollen in Form von Blitzern die gefühlt alle 5 Kilometer aufgestellt waren.

Apropos – 5 Kilometer vor unserer ersten Unterkunft in Muscat, dem Qurum Beach Hotel, welches wir für schlichte Übernachtungen sehr empfehlen können, kamen wir direkt in den Genuss des doch so sicheren Landes und wurden von einer örtlichen Polizeikontrolle von der menschenleeren Straße herausgewunken.

Ein wenig müde zückte ich meinen internationalen Führerschein und Mr. Policeman diskutierte diesen ersteinmal mit seinen Kollegen… nach ein paar Minuten war dann alles vorbei und wir durften weiterfahren.

Glücklich fielen wir ins Bett…

Am nächsten Morgen stand die Erkundung von Muscat auf dem Plan. Normalerweise eignet sich für solche Städte immer gut der typische rote Hop on Hop off Bus, was auch zunächst unser Plan war. Das änderte sich als wir sahen dass die Busse so gut wie gar nicht besucht waren und ein Taxifahrer uns seine Dienste anbot.

3 Stunden persönliche Betreuung auf englisch und aussteigen wie und wo man will, für schmales Geld. Gesagt, getan und überzeugt!

Ebenfalls kamen wir in Muscat in den Geschmack von „Lemon Mint“ einem Getränk was uns die ganze Reise lang begleitete und irgendwie kultig wurde (trotz seines giftgrünen Aussehens).

Von Muscat aus organisierten wir uns einen Schnorcheltrip zu den Daymaniyat Islands. Wo wir Schildkröten, Rochen und Muränen sehen konnten.

Dann verließen wir Muscat Richtung Seeb und schauten früh morgens beim Fischhandel vorbei.

Weiter ging unsere Route nach Jebel Shams dem höchsten Berg im Oman (3009m). Hier hatten wir im Sunrise Resort ein Zelt für zwei Nächte gebucht. Auf dem Weg dorthin passierten wir Wadi Bani Awf. Hier wurde erstmals der Allradantrieb gefordert. Auch im weiteren waren wir sehr froh so ein doch zuverlässigen Wagen zu haben. Es ging hoch und runter wie noch nie.

Ebenfalls auf dem Weg lagen die Bienenkorbgräber…

Jebel Shams gilt als der Grand Canyon des Omans. Hier kann man wundervolle Wanderungen machen (wichtig ist viel Wasser und Sonnencreme). Im Wadi Nakhar wandert man den Balcony Walk ca 2 Stunden lang pro Strecke bis ans Ende zu einem verlassenen Dorf. Wer dort weiterwandert und ein wenig hoch geht findet mit viel Glück einen kleinen See.

Unser Glück hieß Salem und war Guide im Sunrise Resort. Er führte uns zu dieser kleinen Oase mitten im Nichts.

In Nizwa selbst gibts es übrigens freitags morgens den traditionellen Tiermarkt, den wir leider nicht sehen konnten, da wir nicht am passenden Wochentag vor Ort waren.

Dennoch lohnt sich der tägliche Souk (Name für die Märkte im Oman).

Auch die Festung in Nizwa ist absolut sehenswert und toll saniert worden.

Ein schöner Abstecher von Nizwa aus ist der grüne Berg Jebel Akdhar wo man im April/Mai die Rosenblühte bzw. -ernte bestaunen kann und eine tolle Wanderung durch die Terassenfelder machen kann. Hier riecht es ganz wunderbar! Wir haben uns den Geruch direkt beim örtlichen Rosenbauern gekauft und anhand von Rosenwasser mit nach Hause genommen.

Nach Nizwa folgte das Wüstencamp eines vieler Highlights in unserem Oman Urlaub.

Hier gibt es wohl ein paar Unterschiede wie wir von anderen Reisenden hörten.

Gebucht hatten wir das Camp über Nomadtours. Wer mit Auto und Allrad anreist darf übrigens auch selbst durch die Wüste fahren (steckenbleiben nicht ganz ausgeschlossen)… FUNFAKTOR!

Neben dem Campen mitten in der Wahiba Sands, stand traditionelles Essen, Wüstensurfen, Sonnenuntergang und Kamelreiten auf dem Plan. Wer Geld und Zeit mitbringt kann eine extra Tour buchen und sich von den Einheimischen noch mit dem Jeep über die höchsten Wüstenberge fahren lassen.

Nach der Wüste ging es für uns weiter ins nahegelegene Wadi Bani Khalid. Ein sehr bekanntes Wadi wo viel los ist, welches sich aber dennoch lohnt (am besten unter der Woche, da an Wochenenden die Einheimischen ihre Ausflüge hierher machen). Wer zu Fuß fit ist der sollte ein wenig weiter ins Wadi hineingehen – und einen Sprung ins kühle Nass wagen!

Weiter ging es am gleichen Tag für eine Nacht nach Sur. Hier ist die traditionelle Daufertigung zuhause, welche man kostenlos in der kleinen Werft der Stadt angucken kann. Richtige Daus aus reinem Holz mit Segel fahren allerdings so gut wie gar nicht mehr. Die moderne bringt es mit sich dass diese Boote sich nurnoch motorisiert fortbewegen.

Am nächsten Morgen ging es für uns direkt weiter Richtung Wadi Shab, wo wir über Air bnb eine Unterkunft bei Aisha und Hussein (ein dänisch-omanisches paar) gebucht hatten. Diese Gastfreundschaft ist fast unschlagbar. Aisha kochte für uns und traditionell im sitzen wurde bei leckeren Essen im Wohnzimmer unserer Gastgeber über Kulturen aller Welt diskutiert.

Hussein der als Guide im Oman arbeitet gab uns noch Tipps die wir direkt befolgten.

Wadi Shab stand als erstes auf dem Plan. Hier sollte man mit dem ersten Boot übersetzen (vor dem Wadi ist ein kleiner See und man kommt für schmales Geld in einem kleinen Boot rüber) um die Stille noch ein wenig genießen zu können bevor Heerscharen an Touristen das Wadi bevölkern. Toll ist die Höhle die man erreicht, wenn man sich ca 10 Minuten durch das Wasser wadiaufwärts bewegt.

Hier plätschert ein kleiner Wasserfall und es ist wie im Film. Empfehlenswert sind hier übrigens Wasserschuhe, da im Wasser zwischendurch viele kleine Steine für einen nicht ganz angenehmen Untergrund sorgen.

Nach diesem Wadi folgte dann der Geheimtipp und eines unserer HIGHLIGHTS im Oman. Wadi Tiwi!

Mit dem Auto fährt man solange ins Wadi bis man irgendwann denkt man ist vollkommen falsch. Genau an diesem Punkt sollte man aber nicht aufgeben und die Straße weiter geradeaus fahren bis sie endet. Hier stehen einheimische am Straßenrand und warten quasi nur darauf einen nach unten zu führen. Und damit meine ich auch wirklich nach unten! Ein wenig schwindelfrei sollte man schon sein, aber das wussten wir vorher auch nicht…

Durch Palmengärten führte uns ein älterer Herr in Lendenshorts zum Wadiinneren. Was ein Anblick. Aber das war noch nicht alles. Er kletterte vor uns her und führte uns wie Bergziegen noch weiter runter bis wir an einem Felsvorsprung ankamen. Wohlbemerkt: Er (unser Tarzan) hatte Flip Flops an und wir Wanderschuhe… wer schneller war lassen wir an dieser Stelle mal offen 🙂

Dann nahm er ein Seil in die Hand und seilte sich die restlichen Meter nach unten ab und deutete uns auch nachzukommen.

Nach ein wenig Bedenkzeit wagte ich dann den ersten Schritt… und was soll ich sagen?! Am Ende war es das tollste und aufregendste im ganzen Urlaub. Wir sprangen vom Ende des Seils ins glasklare Wasser des Wadi Tiwi und Tarzan führte und schwimmend immer weiter hinein.

Atemberaubend und ein absoluter Ort der Stille sowie ein kleines Abenteuer für uns.

Nun ging es schon dem Ende des Urlaubs entgegen. Auf dem Rückweg Richtung Muscat machten wir noch Halt am Bimmah Sinkhole (einer Unterwasserhöhle die eingestürzt ist und nun einen See bildet).

In Muscat selbst machten wir noch einen Strandtag im Muscat Hills Resort und dann ging es auch schon wieder Heim.

Fast… vorher besuchten wir noch das Kargeen Restaurant, welches einfach traumhaft ist. Vom Empfang über die Speisen bis hin zum von Pflanzen und Lichtern verhangenen Garten…

Wir hoffen dass der Oman noch lange so traditionell bleibt und sich nicht all zu sehr durch die vielen Touristen beeinflussen lässt.

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AMELAND

Eine kleine schnuckelige Insel in den Niederlanden/in der Nordsee, die man gut an einem längeren Wochenende erkunden kann.

Mit der Fähre von Holwerd kommt man als „Fußgänger“ schon für aktuell 15 € hin und zurück (teurer wird’s natürlich, wenn man sein Auto mitnimmt).

Auf der orangen Insel angekommen ist es nicht weit (20 Fußminuten) bis ins kleine Örtchen Nes, in welchem den Besucher auch die meisten Ferienwohnungen erwarten.

Wer sich ein wenig bewegen möchte kann sich hier an fast jeder Ecke einen Drahtesel ausleihen und die Insel auf eigene Faust erkunden (die Ausschilderung ist gut, allerdings größtenteils auf Niederländisch).

Wer Lust hat und es noch nie ausprobiert hat, dem empfehle ich ein Tandem auszuprobieren. Dazu gehört allerdings gutes Vertrauen in den Vorderman, denn der hat Lenkung, Bremsen und Gangschaltung in der Hand. Der Hintermann selbst darf strampeln und in der Gegend herumschauen – ansonsten ist jegliche Gewichtsverlagerung unerwünscht 🙂

Ein potentielles Ziel vieler Touris auf der Insel ist der Leuchtturm in Richtung Hollum zu dessen Fuße das Pfannekuchenhaus liegt. Hier kann man sämtliche Variationen an Pfannekuchen bestellen. Ob Apfel mit Käse und Speck (klingt zunächst komisch…) oder nur ein leckerer Pfefferminztee mit frischem Minzzweig – hier ist für jeden was dabei.

Wer Party machen möchte findet ein paar kleine Dorfdiscos in denen im Gegensatz zu Deutschland noch kein Rauchverbot herrscht.image1_jpeg.jpg

Zum Bummeln und Schlemmen lädt die kleine Innenstadt von Nes ein. Mit vielen süßen Geschäften von Mode über Lebensmittel bis hin zu nordisch-gemütlicher Deko findet man hier alles, was das Herz begehrt.

Und wer gerne an den Strand geht hat es hier auch nicht weit – ca. 15 Minuten vom Ortskern entfernt lockt ein gefühlt meilenweiter Sandstrand mit den typisch nordischen Dünen.

Ein Traum für jeden der sich gerne die Seeluft um die Ohren wehen lässt.

 

ELBSANDSTEINGEBIRGE

MALERWEG & CO.

Alsoooooo dann versuche ich doch mal ein paar Erinnerungen ins Leben zu rufen…es ist definitiv eine von Deutschlands schönsten Ecken und landschaftlich atemberaubend!

Vorab haben wir uns im Netz Infomaterial bestellt – hier sind alle Routen vom Malerweg inkl. möglicher Abstecher in einem kleinen Heftchen was im Rucksack nicht zu viel Platz wegnimmt beschrieben.

Unterwegs mit dem Zug… auf ging es zum Startpunkt des Weges nach Liebethal und von dort aus direkt eine kleine Etappe los gewandert bis zum kleinen unscheinbaren Örtchen Wehlen, wo wir unsere erste Nacht verbrachten.

Und dann?…immer etappenweise wie weit wir wollten bzw. konnten.

Unterkünfte gab es wenige aber dafür gute & günstige die wir spontan vor Ort ausgesucht haben, je nach dem wo wir und niederlassen wollten bzw. zu dem Zeitpunkt als die Sonne unterging und das Wandern ohne Kopflampen nicht mehr möglich war.

Empfehlen können wir für die zweite Etappe/ Nacht die Brandbaude (hier trifft man auf sehr freundliche Menschen und absolut leckeres Essen in einem einzigartigen Ambiente).

Und für eine andere Nacht die Neumann Mühle.

In den meisten Unterkünften gibt es frische Forelle die wir denen die Fisch mögen nur sehr empfehlen können 🙂

Jede Etappe ist für sich schön und jeder Wandertag anders weil sich die Landschaft von Tag zu Tag merklich ändert.

Vom Ort Schmilka (hier lohnt sich eine Besichtigung der Biobrauerei) haben wir dann noch einen Abstecher nach Tschechien zum „Prebischtor“ gemacht, und auch hier wird man mit einer tollen Aussicht belohnt!

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Eine Bootsfahrt in der „wilden Klamm“ ist auch ganz nett – das sind Abstecher vom Malerweg die sich definitiv lohnen (je nach dem wieviel Zeit man hat).

Endstation ist Pirna, wo sich ein Abendessen in der örtlichen Brauerei „zum Giesser“ die Belohnung für den langen Weg ist.

Wer dann noch ein wenig Citysightseeing machen möchte kann gut via Dampfschifffahrt über die Elbe bis nach Dresden fahren.

So das war die Kurzfassung eines tollen Deutschlandwanderurlaubs.

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